Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer fühlt sich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt - dies ist nur eine der vielen Botschaften, die der BKK Landesverband Hessen am Mittwoch, den 10. November 2010 im darmstadtium diskutieren will. Gemeinsam mit drei ansässigen Betriebskrankenkassen (HEAG BKK, BKK Merck und BKK vor Ort) führt er dort seine 3. Fachtagung zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) durch. Von 10.00 bis 15.30 Uhr können sich Arbeitgeber, Führungskräfte, Personalmitarbeiter, Multiplikatoren und andere Interessierte über das Thema BGF informieren, Erfahrungen austauschen und praktische Beispiele im Rahmen eines Gesundheitsmarktes erleben.
Neben verschiedenen Best-Practice-Beispielen aus der Region stellt u.a. Werner Fürstenberg, der Geschäftsführer des gleichnamigen Hamburger Instituts die aktuelle "Fürstenberg-Performance-Studie 2010" mit dem Titel "Psychosoziale Gesundheit und Leistungsfähigkeit" vor. Die zentrale Aussage der Studie lautet: Die Produktivitätseinschränkungen kosten deutsche Unternehmen 262 Mrd. Euro pro Jahr. In der bundesweiten, repräsentativen forsa-Umfrage geht es vor allem um die die Frage, welche Beschwerden und Belastungen die Mitarbeiter daran hindern, optimale Leistungen am Arbeitsplatz zu erzielen. Hauptprobleme am Arbeitsplatz sind z. B. mangelnde Wertschätzung, innerbetriebliche Veränderungen und fehlende Leistungsmöglichkeiten. Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Stress, ein Viertel fühlt sich erschöpft. Sogar jeder zweite (53 Prozent) gibt psychische Belastungen als Ursache an, die nicht selten in dem gefürchteten Burnout-Syndrom münden.
"Burnout - Vorbeugung, Selbsthilfe und Prävention - auch im Betrieb" ist deshalb der Titel des zweiten Vortrags, den Prof. Dr. Marin Hambrecht vom Darmstädter AGAPLESION Elisabethenstift hält. Hambrecht sieht in der betrieblichen Burnout-Prävention vor allem eine Chefsache, die gekoppelt ist mit der persönlichen Empfänglichkeit der Mitarbeiter durch Gesundheitsförderung, Zeitmanagement und andere BGF-Angebote. Insbesondere kommt es vor allem auf die richtige Mitarbeiterführung und die Verbesserung der Situation in den Organisationen an (Stichworte: Handlungs- und Entscheidungsspielraum).
"Wir sind froh, dass wir für unsere BKK-Fachtagung nicht nur Prof. Hambrecht und Herrn Fürstenberg gewinnen konnten, sondern auch für die Best-Practice-Beispiele der drei Darmstädter Betriebskrankenkassen schicken wir renommierte Referenten ins Rennen," ergänzt Norbert Maus, Mitarbeiter und Fachtagungsorganisator beim BKK Landesverband Hessen in Frankfurt. Zu nennen wären z.B. Dr. Gerald Tessmer von MediWeight mit seinem Vortrag "Gemeinsam leichter - Effektive Gewichtsreduktion auf Dauer - ein medizinisch begleitendes Abnehm-Programm im Betrieb" sowie Dr. Volker Nürnberg, Geschäftsführer Team Gesundheit GmbH, mit "Gesundheitsbericht - Analyse von Arbeitsunfähigkeitsdaten - Einstieg in betriebliches Gesundheitsmanagement". Den Abschluss der BKK-Fachtagung bildet Dr. Roland Rödelsperger, leitender Werksarzt: "Betriebliche Gesundheitsförderung bei der Evonik Röhm GmbH".
Sämtliche Vorträge und der Gesundheitsmarkt finden statt am 10. November 2010 von 10.00 bis 15.30 im darmstadtium wissenschaft | kongresse, Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt.
Das Programm finden Sie in dem Informationsblatt zur Veranstaltung:
Die Vorträge der Veranstaltungen können Sie hier herunterladen: