
Hessens Schüler haben ein deutlich stärkeres Interesse an gesunder Ernährung, als gemeinhin angenommen. Zu diesem Schluss kommen der BKK Landesverband Hessen und das Hessische Kultusministerium anlässlich der Preisverleihung zum BKK-Schülerwettbewerb "Voll was auf die Löffel".
Weit mehr als 200 Kinder und Lehrer waren am Freitag der Einladung ins Licht- und Luftbad Frankfurt / Niederrad gefolgt, um zu erfahren, welche Schule bzw. Klasse die eindrucksvollsten Ideen hat, ihren Mitschülern Lust auf gesundes Essen zu machen. Moderiert wurde die Preisverleihung vom Frankfurter Star- und Fernsehkoch Mirko Reeh, der auch schon während des Wettbewerbs ganze Klassenverbände in seinem Frankfurter Kochstudio begrüßte und für frische Kochzutaten und bewusstes Essen begeisterte.
Für den BKK-Schülerwettbewerb "Voll was auf die Löffel" wurden bereits zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 landesweit alle allgemeinbildenden Schulen angeschrieben und zur Entwicklung, Umsetzung und Dokumentation einer Ernährungs-Kampagne von Schüler(inne)n für Schüler(innen) ermutigt. Die BKK machte sich hierbei den Ansatz zu Eigen: "Wer könnte an den Schulen wirkungsvollere Überzeugungsarbeit leisten, als die Schüler selbst!" Nachdem sich hessenweit 106 Klassen zur Teilnahme angemeldet hatten, stehen nun die Siegerklassen fest:
Erster Preis: "Gesundes Schulessen"
Die Freiherr-vom-Stein-Europaschule Gladenbach überzeugte die Jury durch ihr umfassendes Schulentwicklungsprojekt "Gesundes Schulessen". Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte entwickelten hierzu gemeinsam gesunde, schmackhafte und internationale Gerichte für das Frühstück und Mittagessen in der Schule. Die Vorüberlegungen hierzu wurden fächer- und jahrgangsübergreifend angestellt und bewusst an den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Schüler orientiert. Ein flankiert installiertes "Ampelsystem" lenkte die Aufmerksamkeit auf jeweils besonders gesundheitsfördernde Lebensmittel. Kein Wunder, dass noch vor Ablauf des Projektes außer Frage stand: Die von den Schülern entwickelten Speisen werden in das Angebot der Mensa integriert. Der erste Platz ist mit 1.000 Euro für die Klassen dotiert. Die Schule erhält zudem den BKK- Aktionstag "Schon gefrühstückt" im Wert von 2.500 Euro gesponsert.
Zweiter Preis: "Mit sinnlichen Kostproben!"
In der Nikolaus-August-Otto-Gesamtschule, Bad Schwalbach, brachten die Schüler der Klasse 5aR Ernährung und Bewegung in Zusammenhang und suchten nach einer Balance zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. "Sinnlich" wurde die Aktion durch Kostproben und einen Sinnesparcours. Hierbei bewährten sich eigenentwickelte Spiele und Informationsmaterialien. Was die Schüler in diesem Zusammenhang erlernt, verstanden und verinnerlicht haben, gaben sie in einer eigens hierfür organisierten Veranstaltung an die Parallelklassen weiter. Eine anschauliche Dokumentation des Prozesses zeigt, dass dies der ganzen Klasse viel Spaß gemacht hat. Der zweite Platz ist mit 750 Euro für die Klassenkasse dotiert.
Dritter Preis: Essen bringt Kulturen zusammen
In der Gießener Alexander-von-Humboldt-Schule machten sich mehr als 10 Klassen und Koch-AGs ans Werk, der gesunden Ernährung im Schulalltag eine Hauptrolle zuzuteilen. Ein Tag der offenen Tür wurde genutzt, dem Einzugsbereich der Schule die Intention dieses Konzepts darzustellen. Im Umfeld mit hoher Arbeitslosigkeit und außerordentlicher Kultur- und Religionsvielfalt sensibilisierte dies Eltern, Angehörige und auch die Nachbarschaft. Schule und Schüler machten klar: Sinnliches, gesundes Essen steht nicht im Widerspruch zu kultur- und religionsgeprägten Essgewohnheiten und Vorlieben. Im Gegenteil: Nach überlieferten Rezepten wurden internationale Kostproben zubereitet und genüsslich verzehrt. "Voneinander Lernen" war in Gießen Teil des Konzepts. Dass die Schule die für die Projektumsetzung erforderlichen Gelder über eine Spendenaktion akquirierte, beweist, dass die Kommunikation des Themas Teil des Projektes war. Die Drittplatzierten erhalten 500 Euro.
Darum geht's bei "Voll was auf die Löffel"
"Der Zuspruch auf die Aktion bestärkt uns, Kinderernährung weiterhin zu thematisieren", zieht Brigitte Luise Feucht vom BKK Landesverband Hessen Bilanz. "Uns liegt an der Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit der Aktionen im Schulalltag. Darum haben wir den Grad der Einbindung von Mitschülern bewertet. Zum anderen hat uns die Anschaulichkeit der Impulse überzeugt, mit denen die Kids an ihren Schulen die Lust auf gesundes Essen steigern konnten. Die Kinder haben großartige Ideen entwickelt und umgesetzt. Wir haben Rap-Songs eingereicht bekommen, aber auch eigene 'Nachrichtensendungen'. Bei allen eingereichten Kampagnen haben wir gemerkt, dass die Schüler und Mitschüler viel Spaß an der Sache hatten und sie sich intensiv mit dem Thema Essen auseinandergesetzt haben. 'Voll was auf die Löffel' ist für uns ein ganzheitlicher und umfassender Beitrag der BKK zur richtigen Ernährung und zur gesunden Entwicklung im Kindesalter."
Dr. Beate Zelazny in Vertretung von Schirmherrin Dorothea Henzler, Staatsministerin im Hessischen Kultusministerium, betonte den präventiven Charakter des Wettbewerbs im Rahmen der Gesundheitsförderung im Schulentwicklungsprozess. Interesse an gesunder Ernährung sei erziehungsgeprägt. Doch leider gingen viele Kinder und Jugendliche nach wie vor ohne Frühstück aus dem Haus. In den Pausen würden vor allem Snacks und Trinkpacks konsumiert. Und"Pommes mit Rot-Weiß" lehne kaum ein Teenager ab. Hier setzte der Wettbewerb an: "Voll was auf die Löffel" schaffe nachhaltiges Bewusstsein für die Sinnlichkeit frischer und gesunder Lebensmittel. Und genau hierauf kommt es nach Erfahrung des Referates Schule & Gesundheit im Hessischen Kultusministerium an: "Sobald die Kinder Verpflegung als Lebensmittel begreifen, die es zu schmecken, riechen, fühlen und anzuschauen lohnt, weckt das deren nachhaltiges Interesse an bewusster und gesunder Ernährung." Und dies wiederum wirke - wissenschaftlichen Studien zufolge - positiv im kompletten Erwachsenleben nach.
Bilder von der Veranstaltung finden Sie in unserer Fotogalerie.