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Selbsthilfeförderung in Hessen

BKK veröffentlicht Gesundheitsreport

Schwerpunktthema 'Zukunft der Arbeit'

Die Betriebskrankenkassen (BKK) beschreiben alljährlich den Gesundheitszustand ihrer Versicherten und leiten hiervon Vorschläge und Strategien zur Prävention und Innovation der Versorgung ab. Der aktuelle BKK-Gesundheitsbericht basiert auf Versicherten- und Leistungsdaten des Jahres 2010 und verschafft einen Überblick über Arbeitsunfähigkeiten, Arbeitsunfälle, ambulante Behandlungen und Arzneimittelverordnungen. Bei dieser Analyse wurden 12,1 Millionen BKK-Mitglieder (ohne Rentner) berücksichtigt. Entstanden ist ein repräsentatives Bild vom Gesundheitszustand der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik. Ermittelt wurden branchen- und berufstypische Erkrankungen, Fehlzeiten und deren Ursächlichkeiten. Namhafte Autoren stützen hierauf ihre Thesen zur „Zukunft der (bundesrepublikanischen) Arbeitsgesellschaft“.

Der BKK Landesverband Hessen flankiert mit einer hessenspezifischen Auswertung die Öffentlichkeitsarbeit des BKK Bundesverbandes.

Nachdem im Jahr 2006 mit 3,4 Prozent der niedrigste Krankenstand der zurückliegenden 30 Jahre festgestellt wurde, nimmt die Arbeitsunfähigkeit seither kontinuierlich zu. Nach einem Krankenstand von 4 Prozent im Jahr 2010 lag der Durchschnittswert für 2011 (Durchschnitt der Quartale 1-3) in Hessen bei 4,2 Prozent.

Am längsten bzw. häufigsten krank waren die Beschäftigten in Berlin mit 18,3 und Brandenburg mit durchschnittlich 17,9 AU-Tagen je beschäftigtes Pflichtmitglied. Hessen lag mit 14,9 Tagen knapp über dem Bundesdurchschnitt von 14,8 AU-Tagen. Nur die Bayern und Baden-Württemberger fehlten weniger oft.

Hauptsächliche Ursachen der Fehlzeiten


Sechs Krankheitsgruppen verursachen seit Jahren über drei Viertel (76,9 Prozent) aller AU-Tage. In 2010 entfielen:
  • 26,6 Prozent auf Beschwerden mit dem Muskel-Skelett-System (2009: 25,4 Prozent) – Hierdurch verursachte Krankentage Männer: 463 Tage / Frauen: 350 Tage je 100 Pflichtmitglieder.
  • 14,4 Prozent Erkrankungen des Atmungssystems (2009: 17,2 Prozent) 
  • 13,6 Prozent auf Verletzungen und Vergiftungen (2009: 13,5 Prozent) – Verletzungsbedingte Krankentage Männer: 255 Tage / Frauen: 144 Tage je 100 Pflichtmitglieder. 
  • 12 Prozent auf psychische Störungen (2009: 10,7 Prozent) – Hiermit begründete Krankentage Männer: 153 Tage / Frauen: 245 Tage je 100 Pflichtmitglieder. 
  • 5,8 Prozent auf Erkrankungen des Verdauungssystems (2009: 6,1 Prozent) 
  • 4,5 Prozent auf Probleme des Kreislaufsystems (2009: 4,4 Prozent)
Auffällig sind vor allem die hohe Quote der Atemwegserkrankungen im ersten Quartal des Untersuchungszeitraums sowie der fortgesetzte Anstieg psychischer Störungen im Vergleich zu den Vorjahren. Beide Phänomene beschreiben einen Bundestrend. Auch in Hessen gelten diese Typiken.

Branchen- und belastungsbedingte Risiken

Beschäftigte der Straßenreinigung und der Abfallbeseitigung sowie Gleisbauer weisen mit durchschnittlich 26 Fehltagen pro Jahr die höchste AU-Quote auf. Naturwissenschaftler, Hochschullehrer und juristische Berufe sind mit durchschnittlichen 4 Fehltagen deutlich weniger absent. Neben sozial und kulturell geprägter Lebensführung wirken sich vor allem berufsbedingte Belastungen auf die individuelle Gesundheit aus. Auffällige Zusammenhänge ergeben sich bei Berücksichtigung körperlich schwerer Arbeit, der Witterungsabhängigkeit, hygienischem Umfeld oder Grad des Publikumsverkehrs. Weitere Faktoren sind aber auch Stress, Motivationsdefizite sowie risikobehaftete Verhaltensweisen.

Augenmerk auf Körper und Geist

Tumorerkrankungen verursachen die durchschnittlich längsten Fehlzeiten (36,3 Tage je Fall). Aber auch die der Psyche zugeschriebenen Ausfallzeiten (35,2 Tage je Fall) liegen deutlich über dem AU- Durchschnitt aller Diagnosen (12,8 Kalendertage je Fall). Seelische Beschwerden verursachen mittlerweile jeden achten Krankheitstag (2010: 12 Prozent) bei den beschäftigten Pflichtmitgliedern (2009: 10,7 Prozent). Arbeitslose waren überdurchschnittlich betroffen, gefolgt von Telefonist(inn)en, Kraftfahrzeugführer(inne)n, Helfer(inne)n in der Krankenpflege und Sozialarbeiter(inne)n. Die Krankschreibung infolge eines Burn-outs (Diagnose Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“) betrug durchschnittlich 31 Tage.

Zwei von drei Arbeitnehmern fehlten keinen Tag

Fast zwei Drittel der beschäftigten Pflichtmitglieder verzeichnen keinerlei (42 Prozent) oder nur geringfügige Krankheitsausfälle. Die Auswertung der AU-Meldungen zeigt aber auch: Zwei Drittel aller Erkrankungen klingen innerhalb Wochenfrist („ein bis sieben Tage“) ab. Andererseits verursachen 20 Prozent der erwerbstätigen Pflichtmitglieder rund 80 Prozent aller Ausfalltage.

Regionale Besonderheiten in Hessen

In den ländlichen und von mittelständischer Industrie geprägten Regionen von Mittel- und Nordhessen weisen die Bezirke Gießen, Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg die längsten/häufigsten Fehlzeiten aus (17,3 AU-Tagen pro Pflichtmitglied). Im Großraum Rhein-Main mit seinen ausgeprägten Service- und Dienstleistungsstrukturen wurden Durchschnittswerte von 12,7 bis 14,7 AU-Tage pro Pflichtmitglied festgestellt.

Der BKK Gesundheitsreport 2011 „Zukunft der Arbeit“ kann unter info@bkk.de bestellt oder unter www.bkk.de heruntergeladen werden. Ergänzende Grafiken finden Sie zur kostenlosen Nutzung bei Quellenangabe unter www.bkk.de/faktenspiegel.




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