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Sozialgesetzbuch

Betriebskrankenkassen raten zur kritischen Verordnung von Antibiotika

Arzneimittelverordnungen insgesamt rückläufig / Hessen sind keinesfalls impfmüde

Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben im Oktober 2011 knapp 2,24 Mrd. Euro für Arzneimittel und Impfstoffe ausgegeben. Das entspricht einem 1,6-prozentigen Rückgang der Ausgaben gegenüber dem Vormonat. Auffällig: Die Verordnungsbilanzen der Bundesländer unterscheiden sich sehr stark. Einsparungen (ohne Impfstoffe) wurde vor allem in Sachsen-Anhalt (minus 6,7 Prozent) bilanziert. Andererseits stiegen die Arzneimittelkosten in der Region Nordrhein am stärksten. Hier wurde ein Ausgabenanstieg von 3,9 Prozent festgestellt. Hessen repräsentiert das Mittelfeld. Von Januar bis einschließlich Oktober wurden in diesem Bundesland Arzneimittel im Wert von etwas mehr als 1,52 Mrd. verordnet. Das entspricht einem Rückgang von 3,91 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und beschert dem Bundesfinanzminister Mehrwertsteuer-Einnahmen in Höhe von bislang 242,75 Mio. Euro.

Impfmüde sind die Hessen keinesfalls. Bei den Immunisierungen fallen zwar starke Schwankungen von Monat zu Monat auf. Aber: Im Durchschnitt der Monate Januar bis einschließlich Oktober ergibt sich eine Steigerung von 3,20 Prozent. Mit 54,83 Mio. Euro wurde somit bereits im Oktober das Budget des kompletten Vorjahres überschritten. Bei den hessischen Betriebskrankenkassen rangieren die die Impfstoffe auf Platz 26 im Vergleich der umsatzstärksten Indikationsgruppen.

Im Durchschnitt entfielen im 3. Quartal dieses Jahres 1,8 Arzneimittelpackungen auf jeden BKK-Versicherten in Hessen. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1,7 Packungen.

Den höchsten Umsatz erzielten Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, gefolgt von Schmerzmitteln und Medikamenten bei den Indikationen psychische Erkrankungen, Diabetes sowie Antibiotika.

Antibiotika auf dem Vormarsch

Auch wenn der jährliche Antibiotika-Verbrauch geringfügig zurückgegangen ist, kommentieren die Hessischen Betriebskrankenkassen den ermittelten Pro-Kopf-Bedarf durchaus kritisch. Nach Einschätzung von Petra Riediger, Referentin Apotheken, Arzneimittel und Sprechstundenbedarf beim BKK Landesverband Hessen, werden zahlreiche antibiotische Therapien einseitig von den Patienten abgebrochen. Viele Patienten hätten Angst vor den Nebenwirkungen. Hierauf sollten die Ärzte Rücksicht nehmen und ggf. eine alternative Medikation vorschlagen.



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